Author: Kanzlei

Der Blick verfängt sich in einem Netz

Der Blick verfängt sich in einem Netz

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Neue Arbeiten von Dorothée Aschoff im Morat-Institut Freiburg

Ein Art Jubiläum ist diese Ausstellung:

Als eine der ersten Kunststudierenden wurde Dorothée Aschoff 1991 in die Förderung des Cusanuswerkes aufgenommen und durfte im Zuge des Bewerbungsverfahrens bei Franz Armin Morat ausstellen. Seither waren ihre Arbeiten bei drei weiteren Ausstellungen dort zu sehen und nun ist sie wieder da.

Einige ihrer urtümlich erschienenen Papier-Plastiken geben dem Besucher in der nördlichen Halle einen ungefähren Eindruck vom Schaffen der vergangenen Dekade: Objekte, die an Boote, Schlitten, Mehlmulden erinnern, ausgeführt in geleimtem Papier, das so vielschichtig und kräftig gedreht, gestrichen und geknotet ist, dass es eine dem Holz vergleichbare Festigkeit erreicht.

Lesen Sie den ganzen Artikel aus der Badischen Zeitung.

 

Homepage von Dorothée Aschoff

 

Wie man Vergangenheit neu erfindet

Dorothée Aschoff - Wie man Vergangenheit neu erfindet

Dorothée Aschoff - Wie man Vergangenheit neu erfindet

Wie man Vergangenheit neu erfindet

‚Schlitten‘, ‚Ziehwagen‘, ‚Ackerschiene‘, ‚Feldgerät‘ – so oder so ähnlich benennt die Bildhauerin Dorothée Aschoff ihre Malerei und ihre plastischen Arbeiten.

Boot, Ziehwagen, Feldgerät, Ackerschiene – dabei scheint es sich um Dinge aus der Alltagswelt bzw. um einfache Gebrauchsgegenstände zu handeln. Es geht offensichtlich um (Fort) – Bewegung: Schlitten und Boot, um (Erd) – Bearbeitung: Feldgerät, Ziehwagen, Pflugscherben. An Aufbruch, Reise und Ankunft des Menschen ließe sich denken, doch nicht aus historistischer bzw. analytischer Perspektive wird diese lange Geschichte erzählt, sie wird vielmehr in der zeitlos unbestimmten Sicht mythischer Bebilderung plastisch gemacht.

In der Malerei, z. B. der Serie „Köpfe“ geht Dorothée Aschoff von der skulpturalen Grundform, nämlich der Kugel aus. Die „Köpfe“ strahlen eine merkwürdige Entkörperlichung aus, sie changieren zwischen Larve und Gesicht, denn sie bleiben metaphorisch unbestimmt.

Auch die plastischen Objekte wirken wie gestrandetes, geborgenes Treibgut aus dem versiegenden Mythenmeer, sie wirken tatsächlich wie eigenartige Findlinge aus der Welt der UrGeschichte(n). Doch es handelt sich nicht einfach nur um ästhetische Nachbauten von archälogischen Fundstücken, die Objekte demonstrieren die existentielle Bedeutung einer Dingwelt, die dem Menschen im „realen“ Verlauf der Historie abhanden gekommen ist.

In dem unspektakulären Material, mehrlagigen Papierbahnen, die mit Weizenstärke verfestigt werden, liegt ein subtiler Einspruch gegen eine Tradition der Bildhauerei, die mit Materialien wie Metall oder Stein monumentale Wirkungen erzielt und damit ein Überdauern im Zeitlauf suggeriert. Gegen verstaubtes Herrscherlob auf Mamorsockeln setzt diese Bildhauerei auf universelle Symbolik und bringt Erinnerungswürdigkeit mit Gebrauchsfähigkeit und Poesie in Verbindung.

Doch auch das leichtgewichtige Arbeitsmaterial hat eine überraschend monumentale Wirkung. Monumentalität ist Behauptung, so scheint es, ist bloß ästhetischer Schein, denn Verletzlichkeit steckt hinter der monumentalen Geste. Das scheinbare Gewicht dieser Arbeiten aus Papier hat zudem eine raffinierte Entsprechung im „trompe d’oeil’-Effekt in der Malerei.

„Nur als ästhetisches Phänomen ist die Welt gerechtfertigt“, an dieses Diktum Friedrich Nietzsches aus der „Geburt der Tragödie“ könnte man sich erinnert fühlen.

Doch Dorothée Aschoff geht es wohl weniger um die Wiederbelebung des Mythos in der Moderne, sondern vielmehr darum, ästhetische Verweise herzustellen, die sich aus dem reichen Konnotationsschatz des archetypischen Formenkanons entnimmt. Sie betreibt eine Art von hintergründigem Nachspiel(en) der alten Urszenen auf dem Feld der bildenden Kunst, vielleicht – damit der Betrachter in der Zeit so etwas wie Stille wiederentdecken kann und mit der Zeit erkennt, was für die Arbeit der Erinnerung wirklich wesentlich ist.

Wolfgang Heger, Stuttgart.

 

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Kopfformen

Dorothée Aschoff: Kopfformen

Dorothée Aschoff: Kopfformen

Homo sapiens

Vor rund 100 000 Jahren begann das erstaunlichste Kapitel in der Geschichte des Homo sapiens: Aus archaisch lebenden Jägern und Sammlern, die in kleinen Gruppen umherstreiften, entstand der moderne Mensch, der sich nach und nach von der Natur emanzipierte und die Kultur schuf – das Fundament der Zivilisation.

Er beerdigte seine Toten erstmals, erfand die Kunst, wurde sesshaft. Er lernte Tiere und Pflanzen zu züchten, gründete Dörfer, Städte und Staaten und entwickelte mit der Schrift ein geniales System, um seine Gedanken festzuhalten.“ *

Der Geist, unser Verstand, unsere Gedanken, unsere Gefühle und Werte entstehen in unseren Köpfen.

Der Kopf ist das Sinnbild unseres Selbst und unserer Selbsterkenntnis, er ist identitätsstiftend und individuell.

Der Kopf ist eine der zentralen Urformen der Kunst.

 

* Geo kompakt Nr. 37, Text Sebastian Witte und Rainer Harf

 

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Flügel

Dorothée Aschoff: Flügel

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„Der Traum von Fliegen“ ist ein Menschheitstraum. Wie viele Versuche wurden in der Menschheitsgeschichte dazu schon unternommen.

Getragen werden, abheben, gleiten, schweben, aufsteigen, einfliegen, hineinfliegen, den Boden verlassen dürfen …

Aber auch jemanden unter seine Fittiche nehmen, sich jemandes annehmen …

Die Gedanken und Bilder, die bei Ihnen beim Betrachten entstehen, sind das eigentliche Ergebnis meiner Arbeit. Zeitgenössische Kunst hat die Aufgabe, Zeichen zu entwickeln und mit der Hilfe der Reduktion eine Viellesbarkeit zu ermöglichen.

Ihnen allen wünsche ich viel Freude mit diesen Bildern,

Dorothée Aschoff

 

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